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Cineastische Dokumentationen

24. Oktober 2016

Lagen vor einigen Jahren bei dem Begriff “Dokumentation” cineastische, sprich spielfilmähnliche Bilder, noch fern und schienen sogar unvereinbar, sieht die Situation in diesem Bereich heute anders an. Spätestens seit Serien wie Netflix’s Chef’s Table erfahren Dokumentationen heutzutage eine kleine bildgestalterische Revolution. Vorbei sind also die Zeiten von kompromissorientierten und wenig komponierten Bildern, die vornehmlich im Moment lebten und dem Credo Story first folgten.

Dieser Ansatz ist grundsätzlich nicht verwerflich, denn am Ende verfehlt auch der visuell aufregendste Film sein Ziel, wenn er es nicht versteht den Zuschauer durch eine packende Story zu fesseln. Da helfen schließlich die schönsten Bilder nicht. Dennoch hat man verstanden, dass eben diese Dinge co-existieren und sich gegenseitig unterstützen können. Während im Spielfilmbereich der gestalterische Einfluss von Dokumentationen, primär geprägt durch den häufigen Einsatz der Handkamera für das gewisse Maß an Authentizität weiter zunimmt, setzen Dokumentationen heutzutage vermehrt auf große, ruhige und durchdachte Bilder.

Nicht zuletzt durch den technologischen Fortschritt und den damit verbundenen Einsatz großer Kamerasensoren, stehen Dokumentationen dem Bruder Spielfilm im Punkte Look also wenig nach. Doch woran liegt das? Der genaue Grund lässt sich schwer definieren, doch hilft eine kritische Betrachtung der eigenen Sehgewohnheiten, um diese Entwicklung nachzuvollziehen:

Noch nie hatte der überwiegende Teil der Menschheit so leichten Zugriff auf zahlreiche multimediale Kanäle. Damit gemeint sind das klassische Fernsehen, Online Streaming Portale wie Netflix, Amazon Prime oder schlicht und ergreifend das Massenmedium Internet mit seinen zahlreichen Videoplattformen. Eben durch diesen erleichterten Konsum von Filmen, Serien, TV Shows etc., sind unsere Sehgewohnheiten so stark geprägt wie nie zuvor. So nimmt eben auch der ungeschulte Zuschauer den qualitativen Unterschied zwischen einem Reality-Format und einem gut inszenierten und gefilmten Spielfilm wahr. Unterbewusst und nicht ahnend warum, würde jeder Zuschauer beispielsweise die Ästhetik des Spielfilms als besser einstufen. Dies geschieht durch den permanenten Abgleich des laufenden Programms mit den eigenen Erfahrungen und Sehgewohnheiten.

Im Umkehrschluss bedeutet das für Content Produzenten und auch Werbetreibenden wiederum, dass man den multimedial kultivierten Zuschauern etwas besseres bieten muss, um sich vom Markt abzuheben und aus dem endlosem Meer aus digitalen Inhalten herauszubrechen. Das heißt, Dokumentationen, Spielfilme, Werbung, Imagefilme müssen einfach besser aussehen, um für den Zuschauer interessant zu wirken. Besser bedeutet dabei für uns cineastischer. Es muss also nach Kino aussehen und sich irgendwie besonders anfühlen.Diesen Ansatz haben wir mit unserem Projekt für die Tischlerei & Wohnraumgestaltung Ohlenhoff verfolgt und einen Hybrid konzipiert und produziert. Warum Hybrid? Eine klassische Dokumentation ist es nicht, da es immer noch als Werbung dient und so gedacht ist, allerdings ist es auch kein klassischer Werbefilm. Hier liegt der Fokus auf authentischem Storytelling (siehe Artikel hier), was wiederum eine Identifikation mit der Person hinter dem Unternehmen bewirkt. Nahbar. Verständlich. Authentisch.

Gepaart mit den eben beschriebenen cineastischen Bildern haben wir genau das geschaffen, was wir selber in Zukunft gerne mehr sehen würden.

Den finalen Film sehen Sie hier:

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